Jahreswechsel 2025/26

Erinnerung

Alles, worauf wir bauen, wurzelt  im Vergangenen.
Wir sind das Resultat unserer Vergangenheit.
Es war unvermeidlich, daß wir so geworden sind, wie wir sind.
Wir sind herangewachsen - entstanden aus Keimzellen, die Mutter und Vater gegeben haben.
Es ist müßig, die Ahnenkette zu erwähnen, ohne die unser Dasein undenkbar ist.

Das ist einfach.

Jedes wunderbare Erlebnis hat zum Überleben beigetragen, genauso wie jede Katastrophe. Das meiste davon haben wir vergessen oder wir haben es verdrängt. Besonders die Verletzungen, Trennungen und Schmerzen hat das Unbewußte zuverlässig aufgenommen, damit wir trotzdem weiter leben konnten.

Das Unbewußte aber ist immer präsent. Es ist mächtig. Es entscheidet im Augenblick, lange noch ehe der Verstand etwas realisiert hat. Wir wissen, daß dahinter ein „Naturgesetz“ steckt.

 
Das Unbewußte ist der zuverlässige Speicher unseres Lebensweges. Alles, was wir "überlebt" haben, Prägungen und Befindlichkeiten bis in die Erlebens-Kette der Ahnen hinein gehört dazu.
Alles, was uns ausmacht, zehrt von dieser Vergangenheit.
Alles ist gespeichert.
Das Zugriffsrecht aber hat nicht unser Denken, sondern nur der gefühlsgesteuerte Instinkt.

Wir wissen, wie schwer es sein kann, aus erlernten Mustern, die uns manchmal sogar krank machen, auszusteigen. 
Wir nennen es „Traumatherapie“ und wissen, daß es darauf ankommt, die Ursachen in der Vergangenheit aufzuspüren. Das "innere Kind" ist uns als Begriff eine Metapher geworden für all die unaufgelösten Konflikte auf unserem Lebensweg. Es will erlöst sein, um endlich die uns krank machenden sich wiederholenden Muster zu verlassen, damit wir gesunden können.

Eine solche Therapie kann die Tür zum Unbewußten öffnen und uns die Möglichkeit geben, das Unerlöste auf andere Art zu erleben und neu zu bewerten.

Das alles setzt voraus, daß es einen Willen zur Veränderung gibt, der leider oft genug erst erst nach einer langen Zeit des Leidens entsteht.

Der Weg nach innen ist also derjenige, der gegangen werden will. 
Er ist der Weg in die Vergangenheit - der Weg des Er-innerns.

Er ist der Weg der Heilung.

Das alles wissen wir doch schon längst - oder?

Wie die Blätter eines Baumes den Jahreslauf erleben, so erleben auch wir unser Dasein als ein Endliches. 
Generation für Generation wachsen die Blätter aus der Substanz des fest in der Erde verwurzelten Baumes. 
Generation für Generation wachsen auch Menschen aus der Substanz, die ihnen die Eltern mitgegeben haben. Auch sie bleiben verbunden und werden genährt von einer endlosen Ahnenkette.

Wie im Kleinen - so im Großen.

Generation für Generation ist auch unser Volk aus der Substanz seiner Ahnen erwachsen.
Die Traumata vergangener Jahrhunderte haben seine Erinnerung mit schweren Schleiern des Vergessens überzogen. So gleicht der aktuelle Zustand unseres Volkes mehr einer psychotischen Selbstzerstörung als einer Genesung.

Die Ursachen dafür sind einfach: sie finden sich in der jahrhundertelangen Zerstörung natürlicher Strukturen, in einer zielgerichteten Indoktrination mit fremdem Gedankengut und nicht zuletzt in einem nicht enden wollenden Schuldkult.
Was geblieben ist, ist ein in seinem Wiedergutmachungsdrang gefangenes und brauchbares Volk, das seine Existenzberechtigung im Ausleben des 
innewohnenden Helfersyndroms findet.

Wenn es eine Therapie gäbe - und wenn wir sie wollten - wäre es die gleiche: eine Therapie der Er-innerung, um die Türen zu öffnen, die das Unbewußte mit all dem dazugehörigem Leid zuverlässig verschlossen hat.

Auch hier muß Erinnerung in uns selbst beginnen.
Im Außen finden wir ohnehin nur verordnete Geschichten über unsere Vergangenheit, die mit Wahrheit nicht viel zu tun haben. Wir finden nur den Lärm um nichts, das Scheinbare, die Illusion, die Täuschung. Die Welt ist voll davon.
Das Ganze wird enden, wenn wir es wirklich wollen - wenn wir uns konsequent davon trennen - wenn wir den Weg nach innen gefunden haben.

Dann erst wird das Verschlossene, Unterdrückte und Zum-schweigen-gebrachte wieder wahrnehmbar: in der Stille und in dem Frieden, den wir schon immer im Grunde unserer Herzen fühlten.
Alles war schon immer da. So auch unsere Tugenden, an die sich die Welt noch ein bißchen erinnert, wenn sie an Deutschland denkt, und auf die wir noch immer  - und endlich wieder - stolz sein dürfen.
Fangen auch wir endlich an, uns wieder daran zu erinnern.

So wachen wir auf.  So beginnt Heilung.

Und genau so wünsche ich heute jedem, der sich noch als Deutscher fühlt, endlich den Weg nach innen anzutreten - das innere Kind in den Arm zu nehmen, dessen seelische Wunden zu heilen und es freizusprechen von jeglicher Schuld - und im Gedenken an unsere Ahnen deren Leben in Dankbarkeit zu würdigen.

Damit gewinnen wir eine Souveränität, die uns ganz von selbst den richtigen Weg weisen wird.
Es wird ein Weg sein, den wir in Würde gehen werden: in eine glückliche Zukunft des Friedens, der Naturverbundenheit  und in Liebe zu allen Wesen dieser Erde. 

Allen ein gesundes Neues Jahr 2026 !

Karlheinz Wagler
im Dezember 2025